Tourismus
 

Frasdorfer Gewerbe in früherer Zeit

 

Bis vor gut 100 Jahren war das gewerbliche Leben in Frasdorf, Umrathshausen und Wildenwart im Wesentlichen durch das Handwerk geprägt. Fast alle Gegenstände des täglichen Lebens wurden vor Ort hergestellt. So gab es Müller, Bäcker, Schuster, Schneider, Schmied und Wagner, Maurer und Zimmerer, um nur einige zu nennen. Auch Kramerläden waren mehrere vorhanden, z. T. mit zusätzlichen kleinen Verkaufsständen an der Friedhofskapelle, wo sonntags nach der Kirche eingekauft werden konnte. Eine wichtige Rolle spielte in Frasdorf seit jeher das Transportgewerbe; es waren etwa ein Dutzend größere Bauern da, die mit Pferdefuhrwerken übers Land fuhren. Als Besonderheit sind die Nagelschmieden zu nennen, die für die Eisenwerke in Hohenaschau arbeiteten: In Kranzl und in der Lederstube gab es bis etwa 1875 solche Betriebe. Ein Nebengewerbe bei vielen Bauern war die Köhlerei (Holzkohle wurde im Eisenwerk Hohenaschau benötigt), bei einigen auch das Kalkbrennen. Die Waldarbeit im herrschaftlichen Forst übernahmen selbständige Holzmeister mit ihren Holzknechten.

 

Mit Errichtung der Eisenbahn in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ergab sich dann ein großer Umbruch. Viele Produkte konnte man jetzt billiger von Auswärts beziehen. Von der Bahn begünstigt wurde die Errichtung von Ziegelwerken; das größte stand in Unteracherting, an der Grenze zu Achenmühle, links und rechts der heutigen Kreisstraße. Dort waren zeitweise 100 Personen, darunter schon italienische Gastarbeiter, beschäftigt. Von der 1914 errichteten Lokalbahn Rosenheim-Frasdorf profitierte das Sägewerk Buchauer, in dem auch Holz weiter verarbeitet wurde, etwa zu Käseschachteln. (Heute befindet sich auf diesem Gelände die Firma Spielgeräte Richter).