Kirche St. Margaretha in Frasdorf

Die heutige Kirche wurde in der Zeit der Spätgotik errichtet und in mehreren Bauabschnitten vollständig um- oder neu gebaut. Vermutlich war ein Brand die Ursache für die Baumaßnahmen, vielleicht aber auch die Zerstörung durch Landsknechttruppen, die in ihren Durchzügen während des Landshuter Erbfolgekrieges die Kirche arg heimsuchten.

Langhaus und auch der Chor (Altarraum) wurden um 1496 erbaut, während die Gewölbe auf die Bauperiode 1509/11 zurückgehen.

Der Kirchturm war im Kern noch älter. Er besaß ein Satteldach mit quergerichtetem First.
Am 5. April 1513 konnte der Bischof von Chiemsee, Bertold Pürstinger, die Rekonziliation der Kirche vollziehen.

1610 wurde im Friedhof eine Kapelle zu Ehren der Heiligen Sebastian und Barbara erbaut. In diesem spätgotischen zweigeschossigen Bau mit Zeltdach und Netzrippengewölbe diente das Obergeschoss als Getreidekasten des Zehents.

1676/78 wurde eine Renovierung notwendig, wobei bis auf die Ausrundung der Fensterspitzbogen keine baulichen Veränderungen vorgenommen wurden.

1683 ließ der erste Kurat Kymicher einen neuen Hochaltar erstellen.

1700 wurden zwei Engel auf die Giebelstücke des Hochaltars aufgesetzt. Im selben Jahr wurde die Friedhofskapelle, die als Gebeinhaus gedient hatte, restauriert, dabei wurden "5 Fuder" Gebeine entfernt.

1704 Im spanischen Erbfolgekrieg wurde die Kirche von Truppen geplündert, und die beiden Seitenaltäre wurden geschändet.

1724 wurde die Kirche „inwendig allenthalben sauber repariert und geziert". Sie erhielt dabei auch eine neue Kanzel, die vorherige kam nach Höhenberg.

1756 schnitzte der Münchner Bildhauer Phillip Rämpl, "Schneidgeselle" des Hofbildhauers Johann Baptist Straub, eine "Urständ" für die Frasdorfer Kirche. Diese 50 cm große Statue des auferstehenden Heilandes wurde 1986 im Turm der Kirche wieder entdeckt und restauriert.

1760 brachte die Einführung der Bruderschaft zur Verehrung der unbefleckten Empfängnis Mariens verschiedene Neuerungen. An der Nordseite des Chors wurde eine Kirchentüre ausgebrochen. Ein Jahr darauf schmückte Joseph Anton Höttinger, Maler in Rosenheim, das Gotteshaus mit Deckenfresken aus. Die "Hierybei erloffenen Unkosten sind von Georg Paur, Herrschaftlicher Preumaister zu Hohenaschau freywillig bestritten und dem von Michl Ebersperger, Stein zu Günerting, etwelcher Beytrag gemacht worden". Georg Paur war gebürtiger Frasdorfer, Sohn des Petermesner. Höttinger malte im Presbyterium und im Kirchenschiff je ein großes Deckengemälde und umrahmte diese mit Stuckmalerei und seitlichen Kartuschenfresken.

1764/65 wurde der Turm wegen des schlechten Bauzustandes abgetragen und von Grund auf neu erbaut. Hierbei erhielt er einen für die damalige Zeit ungewöhnlichen achteckigen Spitzhelm mit Spitzgiebeln.

1807 ließen einige Gemeindemitglieder die Sakristei aufstocken und das neue Obergeschoß als Oratorium herstellen. Vier Jahre später entstanden zwei neue Westemporen. Die durchbrochene Holzbrüstung ist heute noch erhalten.

1833 errichtete der Zimmermeister Mathias Pertl von Schlechtenberg einen neuen Kirchdachstuhl. Dabei leistete die Gemeinde passiven Widerstand, weil Pertl den neuen Dachstuhl etwa ein Drittel niedriger fertigte als den bisherigen, steilen spätgotischen.

1864 fand wieder eine Innenrenovierung und Ausmalung in grünlichem und gelblichem Sandsteinton statt. Bei dieser "Innenrenovierung" wurden sämtliche wertvollen Rokokodeckenfresken zugetüncht.

1861 baute Max März aus München eine neue Orgel ein.

1903 wurden vier neue Glocken gestiftet.

1912 erfolgte wiederum eine vollständige Innenrenovierung und eine einfache, dem Zeitgeschmack entsprechende Neuausmalung der Kirche durch den in München ausgebildeten Kunstmaler Fritz Gumpertsberger aus Westerndorf.

1917 während des 1. Weltkrieges mussten die Glocken zum Einschmelzen abgeliefert werden. Aber bereits 1921 stiftete die Pfarrgemeinde neue Glocken.
Zur Erinnerung an die Gefallenen des 1. Weltkrieges wurde im Vorhaus an der Westseite der Kirche ein Kriegerdenkmal errichtet. (Heute befindet sich dieses Denkmal gemeinsam mit dem Kriegerdenkmal des 2. Weltkrieges an der Ostseite, die Erinnerungstafel des Krieges 1870/71 an der Nordseite der Friedhofskapelle).

1923 wurde wieder eine neue Orgel gekauft.

1934/36 wurde die Kirche um ein Joch nach Westen verlängert, wodurch 112 neue Sitzplätze entstanden. Bei der anschließenden Innenrestaurierung wurden die alten Gewölbemalereien entdeckt und die beiden Deckengemälde freigelegt.
Um diese Zeit wurden auch vier kleine Läden, die an der Friedhofskapelle (Straßenseite) angebaut waren, von der Gemeinde abgelöst und abgebrochen, weil sie den Verkehr behinderten.

1942, im 2. Weltkrieg, mussten wieder alle Glocken bis auf die kleinste zum Einschmelzen abgeliefert werden.

1949 konnte wieder ein vollständiges Glocken-Ensemble angeschafft werden.

1958 wurde die Sakristei erneuert und die Außenfassade getüncht.
 

1978 wurden Kirchendach, Mauerwerk und Fundamente der Kirche saniert und repariert. Bei diesen Arbeiten wurde ein wertvoller gotischer Fries (Gesimsstreifen mit Ornamenten) aus der Entstehungszeit der Kirche entdeckt. Am Turm wurden die drachenkopfförmigen Wasserspeier, die auf die hl. Margaretha hinweisen, erneuert und das Turmkreuz neu vergoldet.

1984/86 fertigte der Frasdorfer Bildhauer Josef Hamberger für die Kirche den Volksaltar, den Ambo und den Osterkerzenleuchter in Bronze.

1986 ließ ein Frasdorfer Bürger das von der Wittelsbacherin Adelgunde von Modena gestiftete Grabkreuz für das Weizenreiter Mädei, das um die Jahrhundertwende durch einen Marmorgrabstein ersetzt worden war, restaurieren. Es ist jetzt als Gedenkkreuz am Familiengrab angebracht und erinnert an Maria Furtner, die als Wassertrinkerin von Frasdorf weithin bekannt geworden ist.

In ausführlicher Form ist die Geschichte der Pfarrei und die Baugeschichte der Kirche in einem kleinen Kirchenführer nachzulesen, erhältlich im Pfarrbüro und im Verkehrsamt.